Was die Borg-Skala ist
Nach einem Training weiß ein:e Trainer:in meist, was geplant war: 4 × 500 m im Renntempo, eine ruhige Ausdauereinheit oder Techniktraining. Was sie oder er nicht weiß, ist, wie anstrengend es sich für jede Person im Boot tatsächlich angefühlt hat. Genau diese Lücke schließt die Borg-Skala. Alle Paddler:innen beantworten eine Frage mit einer Zahl: Wie anstrengend war das Training heute, von 6 (gar keine Anstrengung) bis 20 (maximal, mehr wäre nicht gegangen)?
Die Skala wurde vom schwedischen Psychologen Gunnar Borg entwickelt und wird weltweit in Sportwissenschaft, Physiotherapie und Training eingesetzt. Sie erfasst das Belastungsempfinden (RPE, Rating of Perceived Exertion): Atmung, Muskeln, Müdigkeit, alles in einem Gefühl. Dadurch ist sie einfach genug, um sie direkt am Steg auszufüllen, und hilft Trainer:innen einzuschätzen, wie das Team die Belastung erlebt hat.
| Bewertung | So fühlt es sich an |
|---|---|
| 6 | Keine Anstrengung |
| 7–8 | Extrem leicht |
| 9–10 | Sehr leicht |
| 11–12 | Leicht |
| 13–14 | Etwas anstrengend |
| 15–16 | Anstrengend |
| 17–18 | Sehr anstrengend |
| 19 | Extrem anstrengend |
| 20 | Maximal |
Einschalten
Borg-Bewertungen sind aus, bis dein Verein sie einschaltet. Danach können Trainer:innen für jedes Training festlegen, für welche Einheiten sie Rückmeldungen erhalten möchten.
- Für den Verein: Die Inhaberin oder der Inhaber öffnet das Vereinsmenü ••• → Verein bearbeiten und schaltet den Schalter Borg-Skala aktivieren ein.
- Für ein Training: Wenn du ein wiederkehrendes Training erstellst, schaltest du im Schritt Event wiederholen Borg-RPE-Bewertung anfordern ein. Bei einem bestehenden Training öffnest du es, bearbeitest es und schaltest es dort ein.


Ein Training bewerten
Sobald das Training vorbei ist, erscheint in den Trainingsdetails eine Karte Belastungsempfinden (Borg-Skala). Schiebe den Regler auf die Zahl, die zur Einheit passt, lies die Beschreibung daneben und tippe auf Bewertung abgeben. Danach zeigt die Karte Deine Bewertung.
Etwa zweieinhalb Stunden nach Trainingsbeginn bekommen alle, die mit Dabei geantwortet haben, eine Erinnerung zum Bewerten. Du kannst sie unter Einstellungen → Benachrichtigungsarten → Trainings-Feedback ausschalten (siehe Einstellungen).

Ein paar Tipps für ehrliche Bewertungen:
- Bewerte die ganze Einheit, nicht nur das letzte Stück oder das Aufwärmen.
- Bewerte, wie es sich angefühlt hat, nicht wie es sich hätte anfühlen sollen. Ein „leichter“ Plan, der sich schwer angefühlt hat, ist genau das, was dein:e Trainer:in wissen will.
- Bewerte für dich allein. Wenn ihr im Boot erst Zahlen vergleicht, nähern sich alle derselben Antwort an.
Was Trainer:innen sehen
Inhaber:innen, Admins und Trainer:innen sehen beim jeweiligen Training eine Borg-RPE-Übersicht: die Durchschnittliche RPE des Teams, wie viele Paddler:innen bewertet haben und die Bewertung jeder einzelnen Person. Paddler:innen sehen immer nur ihre eigene Zahl.

Für die Trainingsplanung nutzen
Die Bewertungen helfen dir, die geplante Belastung mit dem Erleben deines Teams zu vergleichen:
- Plan und Rückmeldung vergleichen. Hat sich eine ruhige Einheit für viele anstrengend angefühlt? Nimm die Rückmeldungen in die nächste Trainingsbesprechung mit.
- Unterschiede im Team erkennen. Liegt eine Bewertung deutlich über den anderen, frage nach, wie die Person das Training erlebt hat. Aus einer Zahl allein lässt sich die Ursache nicht ablesen.
- Ähnliche Einheiten vergleichen. Betrachte die Bewertungen wiederholter Trainings zusammen mit Strecke, Tempo und Bedingungen auf dem Wasser.
- Messwerte ergänzen. Die Trainingsauswertung zeigt Geschwindigkeit und Schlagzahl. Die Borg-Bewertung ergänzt, wie anstrengend sich diese Einheit angefühlt hat.
Bitte dein Team, jede freigeschaltete Einheit regelmäßig zu bewerten. So entsteht mit der Zeit ein Verlauf, der bei der Trainingsplanung hilft.